Die Carlsburger Güter – drei Wanderungen: 3. Von Karlsburg nach Groß Jasedow

Mit dem Fahrrad kommt man von Norden über mindestens zwei Wege nach Groß Jasedow. Von Karlsburg aus führt nach einer Karte, um 1900 herausgegeben, ein Privatweg hinter dem Schlosspark durch den Karlsburger Wald in das Dorf. Eine zweite Möglichkeit ist, über die B109, kurz bevor der Wald in Richtung Anklam endet, nach Groß Jasedow zu gelangen. Und von Süden kann man als drittes den Ort über Klein Bünzow erreichen.

Auf dem Weg nach Groß Jasedow von der B109 aus

In Richtung Privatweg nach Karlsburg

Der Privatweg von Karlsburg aus nach Groß Jasedow

Durch den Wald

an Feldern entlang

Carlsburg früher Gnatzkow genannt, scheint seit sehr langer Zeit immer mit Gr. Jasedow und einem Theile von Steinfurt vereint gewesen zu seyn, ist im Hausbuch der Grafen von Bismarck-Bohlen zu lesen. Unter der Rubrik “Gebäude” wird Groß Jasedow 1811 zum ersten Mal im Hausbuch erwähnt, war aber schon in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts im Besitz von Carl Heinrich Behrend von Bohlen. Bis 1945 gehörte das Dorf dann zum Karlsburger Gut.

Der ehemalige Schweinestall, im 19. Jahrhundert erbaut

Welche Mühe hat man sich auch bei solch einem Zweckbau gegeben: der Schweinestall

Das Relief eines Schweinekopfes in gutem Zustand in Ranzin zu finden
So oder ähnlich könnte der Schafstall ausgesehen haben (hier ein Beispiel ebenfalls aus Ranzin)

Das Jasedower Gutshaus

Der Dorfteich

Neben dem Schweinestall gab es in Groß Jasedow auch einen Schaf- und einen Pferdestall

ein Wohnhaus

Zum Abschied noch ein wunderbarer Sonnenuntergang

Die Carlsburger Güter – drei Wanderungen: 1. Durch den Karlsburger Schlosspark und den sich anschließenden Wald

Die Wanderung beginnt an der B 109 schräg gegenüber der alten Gärtnerei (siehe obiges Foto). Nach wenigen Metern eröffnet sich eine herrliche Ansicht – wie es sich für einen Park in englischer Manier gehört.

Flora mit dem Karlsburger Schloss von der Parkseite aus gesehen

Kurze Zeit später gelangt man an einen Graben, der den Park umfließt, sofern der Wasserstand und die Verkrautung es zulassen,

Herrschaftlicher Graben am Rande des Parks

sowie an ein historisches Wehr.

Ein altes zum Graben gehöriges Wehr

Geht man am Wehr vorbei Richtung Schloss, sieht man rechterhand – nicht weit von der Bundesstraße – einen Menhir,

Menhir mit Blick auf das Schloss

der wahrscheinlich bei der Umgestaltung des Schlossparks Mitte des 19. Jahrhunderts aufgestellt und ins rechte Licht gerückt worden ist. Gefunden wurde er eher um Steinfurth herum. Hält man sich links, überquert man einen weiteren Graben, und befindet sich im inneren Teil des Parks.

Blick vom Schloss aus

Geht man am Schloss vorbei und folgt dem Weg in den Park kommt man zunächst am Eiskeller vorbei

der Eiskeller, wahrscheinlich eine Fledermausherberge

wenige Meter entfernt gelangt man an ein romantisches Gewässer mit einer Insel – der sogenannten Liebesinsel – die vor einigen Jahrzehnten noch über eine weiße geschwungene Holzbrücke erreichbar war.

Der Schlossteich

Die Liebesinsel

Nach diesem Abstecher – wiederum mit einer schönen Aussicht auf das Schloss – geht man weiter durch das Lustholz – den Teil des Karlsburger Waldes, der sich hinter dem Schlosspark erstreckt. Hier lustwandelten die Bewohner und Bewohnerinnen des Schlosses sowie ihre Gäste sicher gern. Auf der rechten Seite befinden sich der Carolinen-Horst, benannt nach Caroline erste Gräfin von Bismarck-Bohlen, und linkerhand die Friedrich Carls Höhe,

Friedrich Carls Höhe

leicht zu erkennen an dem riesigen polierten Granitstein mit goldener Inschrift. Zur Erinnerung an das kurze aber sehr segensreiche Wirken des Grafen Friedrich Carl und der Gräfin Helene B.B. wird 1902 von dem Nachfolger [Fritz Ulrich] im Besitze auf der Friedrich Carls Höhe ein großer roter polirter Granitblock mit dieser Aufschrift errichtet. Der Stein war ganz in der Nähe – bei Theodors Lust – gefunden worden. Die Bearbeitung erfolgte zu Wolgast durch die Deutsch-Schwedischen Granitwerke.

Nicht-Sicht Richtung Schloss

Steht man mit dem Rücken zum Stein, könnte man vielleicht das Schloss sehen, wäre die Sicht nicht so zugewachsen. (Das wäre doch eine Aufgabe für Gärtner, die Sichtachse wieder freizulegen).

Geht man weiter Richtung Bollbrücke, die über die Mehlbeck oder niederdeutsch Mehlbeke führt,

kommt man an Theodors Lust-Horst vorbei, benannt nach Theodor erster Graf von Bismarck-Bohlen. Er und seine Frau haben nach Übernahme der Güter viel zur Gestaltung des Parks oder auch der ländlichen Umgebung getan, seien es die Pflanzungen von Lindenalleen oder die kilometerweiten Steinmauern, die noch heute die Landschaft um Karlsburg und Steinfurth prägen.

Blick von der Bollbrücke auf die “alte Wiese”

Der alten Wiese schließt sich der Helenen-Horst an, benannt nach der Frau von Friedrich Carl, die sich sehr um die Modernisierung des Schlosses verdient gemacht hat. Auch das schmiedeeiserne Tor verdanken wir ihr. Sie fertigte den Entwurf dafür.

Waldweg zur Spinne

Man verlässt die Bollbrücke Richtung Spinne – Spinne deshalb, weil von dieser Stelle 5 Wege abgehen. Hier einige Ansichten.

Ein unter Naturschutz stehender ziemlich alter Lebensbaum
unweit der Spinne befindet sich ein Kesselmoor

Der Rastplatz

nicht weit von der Spinne stößt man auf einen sogenannten Duellstein. Hinter F. v. H. könnte sich der Name Friedrich von Homeyer (1824-1898) verbergen, was aber nicht gewiss ist.

Inschrift: F. v. H. 4.8.1848

Über den Jasedower Privatweg oder auch am Helenen-Horst vorbei den Waldweg entlang erreicht man dass Schloss wieder.

Die Carlsburger Güter – drei Wanderungen: 2. Durch den Steinfurther Forst zur Wernereiche

Steinfurth liegt – umgeben von Wald – in dem Dreieck Wolgast, Anklam und Greifswald, 3 km von der B109 entfernt. Es ist ein kleines Straßendorf ohne Durchgangsverkehr. Denn am Ende des Dorfes führt nur ein Feldweg nach Pamitz und Wahlendow.

https://www.komoot.de/tour/t273253928?ref=atv

Die Fuß- oder Radwanderung beginnt an der Steinfurther Bushaltestelle.

Hinter der Bushaltestelle rechts Richtung Wald. Im Hintergrund das Kulturhaus.

Man fährt/läuft den Hohlweg Richtung Wald entlang – immer geradezu. Dort angekommen, geht man immer weiter den Hauptweg entlang und gelangt zu einer Lichtung.

Die Lichtung

Weiter geradeaus kommt man in einen weiteren Waldabschnitt, den man durchqueren muss.

… und begegnet vielleicht neugierigen Rehen

Nach einigen Radminuten oder 20 Minuten Gehen biegt man wiederum rechts ab.

Nach einer kurzen Strecke liegt rechts

ein Steinzeitgrab

und nach wenigen 100 Metern muss man sich nochmals rechts halten

An dieser Stelle rechts halten

Nun sollte man festes Schuhwerk anhaben, denn es geht durchs Unterholz, an einem Hochsitz vorbei,

Kurz darauf gelangt man an eine leichte mit Eichen und Buchen bewachsene Kuppe, an deren anderen Ende die Wernereiche steht …

… und ein Feldsteinkreis mit einem Durchmesser von ca. 2 Metern zu finden ist. Vermutlich stand hier der Gedenkstein mit der geheimnisvollen Aufschrift:

5. April 1872
Du bist der Gott der Wunder thut
Ps. 77.15

Die Geschichte dazu kann man hier nachlesen.

Es ist ein magischer Ort, wild und geheimnisvoll.

Der in der Nähe fließende Brebowbach

Kommt man durch die Wildnis zurück, folgt man – links abbiegend – dem Weg Richtung Steinfurth. Möchte man nicht gleich zurück ins Dorf, hält man sich im Wald weiter links, wo die Wege sich gabeln, und fährt über Wahlendow zurück nach Steinfurth.

An den Feldern entlang
Nach Steinfurth

Fährt man geradeaus weiter, befindet sich gegenüber der Stallungen aus LPG-Zeiten der ehemalige Gutshof.

Der Gutshof Steinfurth: die linke Hälfte des Gutshauses ist unbewohnt
An der Begräbniskapelle mit Kirchenruine vorbei

Und landet nach wenigen Minuten wieder an der Bushaltestelle.

Zuvor aber sieht man vor dem Kulturhaus rechterhand die zwei ältesten reedgedeckten Wohnhäuser von Steinfurth

und linkerhand das 1911 von Fritz Ulrich von Bismarck-Bohlen erbaute Haus, welches – wohl anders ausgerichtet – an Stelle des sogenannten “Klosters” steht, welches zuvor abgebrannt war.

Von der Dorfstraße aus gesehen mit den Initialen von Fritz Ulrich Bismarck-Bohlen
Verwalterhof und Haus, 1911 erbaut.

mit dem idyllisch gelegenen Dorfteich.

Der zugefrorene Dorfteich …
… und der Dorfteich im Sommer

Und zwischen Friedhof und Kulturhaus befindet sich die Ochsenkoppel.

Die Ochsenkoppel

Schaut man auf die Koppel gegenüber, entdeckt man eine Steinmauer, die sich durch die Landschaft Richtung Karlsburg zieht, und, wie Theodor von Bismarck-Bohlen im Hausbuch des Karlsburger Gutes schreibt, 1862 fertiggestellt wurde.

Die Steinmauer. Die Koppel davor wird im Hausbuch als Zieglerkoppel geführt.

Folgt man der Dorfstraße weiter, sieht man das Gebäude der ehemaligen MTS, das von Mathias Bartoszewski zu einer tollen Kulturstätte umgebaut wurde.

Der Treckerschuppen: ein Konzert mit den Liederjan, eine Familienfeier
Das Kulturhaus: von der Ochsenkoppel aus gesehen; eine Grafikausstellung zu KunstOffen; ein Konzert